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Chatbots - ein kurzer Überblick über die digitalen Gesprächspartner

©MUNTHITA-AdobeStock.com

Chatbots - virtuelle Gesprächspartner

Zum Hintergrund

Vielleicht haben Sie, bewusst oder unbewusst, schon einmal Chatbots genutzt. Sie werden für virtuelle Unterhaltungen genutzt und in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Was einem bei der, meist einfachen, Nutzung vielleicht nicht unmittelbar bewusst ist: Chatbots basieren meist auf Künstlicher Intelligenz (KI) und liegen teils sehr komplexen Systemen zugrunde. 

Warum Chatbots eine Innovation sein können, lässt sich gut am Gesundheitswesen erklären. Das Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen: Zeitmangel, Fachkräftemangel und steigende Informationsbedarfe bei Patientinnen und Patienten. Chatbots können hier unterstützen, indem sie rund um die Uhr erreichbar sind, standardisierte Informationen bereitstellen und organisatorische Aufgaben übernehmen.

Im Folgenden wollen wir Ihnen einen kurzen Überblick über das Thema Chatbots geben.

Technische Erklärung

Der Ursprung von Chatbots liegt schon lang zurück. ELIZA war in den 1960er Jahren das erste Computerprogramm, welches den heutigen Anwendungen ähnelt.² ELIZA sollte Gespräche mit einem Psychologen simulieren. 

Heutzutage kann ein Chatbot als ein Computerprogramm verstanden werden, mit welchem man Gespräche führen kann, die einer menschlichen Unterhaltung gleichen können - nicht nur mit einer psychologischen Absicht. Gleichzeitig gibt es auch solche, die nicht die Absicht haben, ein menschliches Gespräch zu simulieren, beispielsweise in einigen Onlineshops. Dort ist die Kernidee die Abwicklung von Prozessen, beispielsweise Reklamationen.² 

Da der Text einen leicht verständlichen Überblick geben soll, werden nur zwei zentrale Typen von Chatbots vorgestellt.

Regelbasierte Chatbots

Regelbasierte Chatbots sind vorprogrammiert und reagieren auf Schlüsselwörter.² Sie greifen auf fest definierte Regeln und Antwortmuster zurück und lernen nicht selbstständig aus neuen Daten. Der oben beschriebene Chatbot ELIZA zählt beispielsweise dazu. Dieser hat anhand von Schlüsselwörtern wie “Familie” oder "Depression" geantwortet. Das bedeutete aber auch im Umkehrschluss, dass die Antwort nicht immer ganz passend war. 

Im medizinischen Kontext können solche Systeme beispielsweise dabei helfen, Symptome strukturiert zu erfassen, medizinische Gespräche zusammenzufassen oder häufige Gesundheitsfragen verständlich zu beantworten. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Durch die Vorprogrammierung sind regelbasierte Chatbots vergleichsweise kostengünstiger und können einfache Aufgaben übernehmen, beispielsweise die Terminvereinbarung im Kundenservice

Chatbots auf Basis künstlicher Intelligenz

Chatbots, welche auf künstlicher Intelligenz basieren, sind in ihrer technischen Funktionsweise weitaus komplexer. Sie ermöglichen es, Gespräche noch menschenähnlicher zu gestalten. Anders als regelbasierte Chatbots reagieren sie nicht nur auf Schlüsselwörter, sondern werden sozusagen trainiert. Sie werden mit sehr großen Textmengen trainiert. Wenn man ihnen etwas schreibt, nutzen sie dieses erlernte Sprachmuster, um passende Antworten zu generieren. Dies ermöglicht die Bearbeitung komplexer Fragestellungen. Ein prominentes Beispiel für einen auf künstlicher Intelligenz basierenden Chatbot ist ChatGPT. Der Prozess, der hinter dem Verarbeiten natürlicher Sprache steckt, wird auch Natural Language Processing (NLP) genannt. Mit NLP kann ein Computer menschliche Sprache erkennen und darauf reagieren.³ 

Beispiele

Im Folgenden haben wir einige Anwendungsbeispiele für Sie, insbesondere im Gesundheitswesen. Diese Beispiele beziehen sich auf beide Arten von Chatbots

Im Gesundheitswesen können sie die Versorgung unterstützen und das medizinische Personal entlasten, beispielsweise in Dokumentationsprozessen oder das Zusammenfassen von Arzt- und Anamnesegesprächen.¹ Dabei müssen dennoch Datenschutz, ärztliche Verantwortung und rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

Bitte beachten Sie, dass diese keine Empfehlungen der Redaktion darstellen. 

Chatbots zur Symptomanalyse

Es gibt Chatbots, die Ihnen anhand Ihrer eingegebenen Krankheitssymptome Gesundheitsinformationen geben können. Dies wollen wir am Beispiel Ada Health erklären. Es handelt sich laut der Hersteller dabei ausdrücklich nicht um eine gesicherte Diagnose. Sie starten damit, dass Sie ein Symptom eingeben, beispielsweise Bauchschmerzen. Sie können auch weitere eingeben. Dann leitet Sie der Chatbot durch einen Fragenkatalog. Ada wurde mit Ärztinnen und Ärzten entwickelt.

Am Ende wird unter anderem aufgezeigt: 

  • welche Krankheit damit in Verbindung gebracht wird, 
  • wie viele Personen diese Krankheit mit diesen Symptomen haben (z.B. 1 von 10 Personen)
  • sowie empfohlene, weitere Schritte (z.B. ärztlichen Rat einholen).

Weitere Informationen finden Sie auf der Ada-Webseite. Der Chatbot ist als App im Google- und Apple-Play Store verfügbar. Hinweis: Neben Ada gibt es auch weitere Chatbots zur Symptomanalyse.

Termin‑ und Service‑Unterstützung im Gesundheitswesen

Chatbots können helfen, Arzttermine zu vereinbaren, zu verschieben oder abzusagen und erinnern an bevorstehende Termine, sodass Patientinnen und Patienten nicht lange telefonieren müssen, sondern direkt im Chat ihre Anliegen regeln können.

Kommunikation mit Krankenkassen

Einige Krankenkassen bieten bereits die Kommunikation mit einem Chatbot an. Auf diesem Weg haben Sie die Möglichkeit, bestimmte Dinge zu erledigen, beispielsweise, um sich über die Angebote der Krankenkasse zu informieren. Teilweise gibt es auch die Option, dass Sie Stichworte wie “Krankmeldung” eingeben und dann weiterführende Informationen dazu bekommen. 

Quellen

Weitere Informationen

Autorin: Marie-Christin Möhring; Stand Januar 2026

Dieser Artikel steht Ihnen auch als Download zur Verfügung.